Abschied von Sigrid Ansorg

Sommerfest auf dem Klosterplatz 2013

 

Fast 30 Jahre hat Sigrid Ansorg im Bereich Migration gearbeitet. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt sie beim Abschied als Leiterin des Jugendmigrationsdienstes Gotha/Eisenach der Diakoniewerk Gotha gGmbH. „Ich freue mich über das, was alles aufgebaut wurde und bin auch traurig, weil ich Menschen und Projekte zurücklasse, mit denen ich mich verbunden fühle.“

Vor 29 Jahren fing die heute 63-Jährige im Jugendgemeinschaftswerk in Gotha an. Sie war durch ihren Mann, der eine Pfarrstelle in Molschleben angetreten hatte, von Leipzig nach Thüringen gekommen.

Anfang der 90er Jahre gab es vor allem Spätaussiedler in Heimen in Tambach-Dietharz, Georgental, Friedrichroda und Gotha. Mit ihrer Kollegin Beate Gerschel begann Sigrid Ansorg mit aufsuchender Sozialarbeit und beriet die Menschen dort vor Ort. Später als es Räume bei der Evangelischen Jugend in Gotha, in der Jüdenstraße gab, brachten sie die Jugendlichen nach Gotha – für eine kreative Jugendarbeit. Es wurde eine Jugendband gegründet und der heute noch bestehende Chor Kalinka stammt auch aus dieser Zeit. „Alles was hier geleistet wurde, war nur durch Teamarbeit und ein großes Netzwerk möglich.“

Zwischendurch leitete Sigrid Ansorg acht Monate lang das Asylheim in Tambach-Dietharz und übernahm später die Leitung des Jugendmigrationsdienstes. Nach einer langen Zeit im Beratungszentrum am Klosterplatz, zog der Jugendmigrationsdienst 2017 zum Coburger Platz mit großzügigen Räumen für Beratung und Gruppenarbeit. Der Jugendmigrationsdienst ist groß geworden. Zu ihm gehören inzwischen auch die Respekt Coaches Gotha und Eisenach, der Jugendmigrationsdienst im Quartier und Diakoniewerk Gotha gGmbH als Integrationskursträger – im Landkreis Gotha und in Eisenach.

„Ich war da, wo ich immer hinwollte – in die Arbeit mit Menschen und am Menschen“, sagt Sigrid Ansorg. „Ich habe meine Berufung gelebt und ich konnte meinen Glauben praktisch leben. Das war mir sehr wichtig.“ Sie hat alles erlebt – vom im Wohnzimmer liegenden toten Vater bis zur Geburt im Kreißsaal bei einer schwer traumatisierten jungen Frau. Leben, Sterben, Menschen in Krisensituationen, Gruppenangebote, Elternarbeit, Interkulturelle Öffnung und das Feiern von interkulturellen Festen – für Sigrid Ansorg geht eine spannende Zeit zu Ende.

Nachdem sie insgesamt 45 Jahre gearbeitet hat, freut sie sich jetzt auf eine Zeit, in der sie ihre vier Kinder, demnächst 8 Enkelkinder und eine Urenkelin endlich so unterstützen kann, wie sie sich das schon lange Zeit wünscht. Weitere Pläne? „Ich möchte Arabisch lernen, Ahnenforschung betreiben und Reisen, wenn es wieder möglich ist“, sagt Sigrid Ansorg. Es sieht so aus, als würde das Leben für sie weiterhin erfüllend und spannend bleiben.

Die Nachfolge der Leitung des Jugendmigrationsdienstes übernimmt Isabelle Mühr. Sie war bislang Mitarbeitende in der Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und bringt somit viel Erfahrung auf dem Gebiet der Migration mit. Sie freut sich auf ihre neue Tätigkeit und wird zum 01.03.2021 die Stelle antreten.

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