Der Umzug der Villa Regenbogen

 

Villa Regenbogen 2.0, oder wie nennt man einen Einrichtung die umzieht? Diese Frage stellten sich die Kinder und Jugendlichen sowie die Mitarbeitenden der Villa Regenbogen auch.
Eine aufregende Zeit liegt hinter uns. Denn jeder der schon einmal umgezogen ist, hat eine Vorstellung davon, wie emotional ein Umzug sein kann. So auch bei uns in der Villa Regenbogen. Einige mussten ihr erstes und einziges Zuhause verabschieden. Ein Zuhause, welches ihnen Geborgenheit, Sicherheit und Wärme vermittelte. Viele von uns können sicher nachvollziehen, wie schmerzhaft dies war. Deshalb wurden die Kinder und Jugendlichen von Anfang an in jeden Entstehungsschritt aktiv mit einbezogen. Anfangs durch Skizzen, Bilder oder Handyvideos und später durch viele persönliche Besuche im neuen Haus. Schließlich sollte sich ja jede und jeder auch dort sicher und geborgen fühlen.

Ganz wichtig hierbei war natürlich die Wahl des eigenen Zimmers. Auf Fragen wie „Welches Zimmer hat den besten Ausblick“, ,,von wo sehe ich die Straße und die Autos am besten?“, „wo fühle ich mich besonders geborgen?“fand jedes Kind seine eigene Antwort. Nun, da die Zimmerauswahl geklärt war, wurde es ernst. Die Kisten wurden gepackt „Welches Spielzeug muss unbedingt mit in die neue Villa?“, „Was sortiere ich aus?“, „Welches Kuscheltier passt auf mein neues Zimmer auf, bis ich einziehe?“. Hierbei wurde der eine oder andere sentimental und traurig. Es wurde über Ängste, Sorgen und Verluste gesprochen. Aber auch über Chancen und neue Möglichkeiten.

Die Kinder und Jugendlichen durften spüren, dass sie mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht allein sind. Auch für die Mitarbeitenden war der Prozess des Umzuges kein alltäglicher Arbeitsauftrag. Viele Kollegen opferten die eine oder andere Sonnenstunde des Sommers, um zusätzlich für die Kinder da zu sein. Gemeinsam zu packen, Vorbereitungen zu treffen und die Kinder emotional zu stärken. Genau diese Sicherheit war es, die die Kinder und Jugendlichen brauchten um neugierig und offen auf das zu blicken, was da noch kommt.

Der große Umzug.

Am 22.08.2020 wurde es spannend. An diesem Morgen fuhren Transporter und Autos auf den Parkplatz der „alten“ Villa Regenbogen vor. Es stiegen unzählige freiwillige Helfer aus. Menschen, die ihren Samstag nutzten, um den Umzug der Villa Regenbogen zu meistern. Besonderer Dank gebührt hierbei einem Waltershäuser Umzugsunternehmen, dem Containerdienst Koppe sowie dem Waltershäuser Karsten Schmitz samt seinen tatkräftigen Unterstützern. Ja, das war tatsächlich ein Meisterwerk.
Hier wurde Hand in Hand gearbeitet. Zügig und dennoch mit viel Liebe, Sorgfalt und Verständnis. Alle vermittelten den Kindern ein gutes Gefühl. Ihre Schätze, ihr Hab und Gut war in Sicherheit und wurde nun schon einmal in das neue Zuhause gebracht.

Eigentlich wären es die Helfer, denen eine riesige Dankespizza gebührte.  Doch als Überraschung, spendierte Herr Esposito vom Ristorante Paradiso aus Georgenthal, den Kindern jede Menge Pizza am Abend. Die Freude war selbstverständlich riesig. Ein Abschiedsfest am 23.08.2020 gehörte natürlich zum Ablöseprozess dazu. Dies war eine emotionale Feier, die die Kinder und Mitarbeitenden mit Pizza, Kindersekt, Konfetti und Musik begleiteten. Am Morgen des 24.08.2020 schloss der „Hausälteste“ auf eigenen Wunsch die Tür der Villa Regenbogen an diesem Standort zu. Für immer. Hier endete für viele ein sehr wichtiges Kapitel in ihrem Leben.

Um diesem Riesenschritt Raum und den Kindern und Jugendlichen Zeit zum verarbeiten zu geben, wurde die neue Adresse nicht etwa mit dem Auto angesteuert. Gemeinsam wanderten die Kinder, Jugendlichen und die Mitarbeitenden zum neuen Wohnheim, durch den Wald. So konnte jeder noch einmal in sich gehen. Das Alte schrittweise loslassen und auf das Neue schrittweise zugehen. Jede und jeder in seinem Tempo. Alle waren aufgeregt, neugierig, angespannt und voller Erwartungen. Angekommen in der Friedrichstraße 24 in Friedrichroda ertönte wie bestellt auf Wunsch der Kinder und Jugendlichen „Ein Hoch auf uns“. Es wurde gemeinschaftlich der Einzug gefeiert.

Anschließend wurden die Zimmer bezogen, Kisten ausgepackt und alles erkundet. Fragt man die Kinder wie diese die Zeit des Umzuges empfanden kommen Antworten wie: „gut“, „stressig“, „aufregend“, „eigentlich ganz schön“. Am neuen Wohnbereich finden sie besonders schön: „die hellen Zimmer“, „das ich mein eigenes Zimmer habe“, „das ich Fahrrad fahren kann“, „meine neuen Mitbewohner“. Schlussendlich zeigen uns die Kinder und Jugendlichen, dass sie dabei sind anzukommen, dass sie sich wohl fühlen und das es am Ende vielleicht gar nicht die übergeordnete Rolle spielt, wo man wohnt, sondern mit wem. Mit Menschen die einem wichtig sind, denen man vertraut und die einem Sicherheit vermitteln. Menschen die begleiten, Raum für Gefühle geben und diese anerkennen. In Zeiten wie diesen ist das wohl das größte Geschenk, welches wir unseren Mitmenschen machen können. Ihnen das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein.

All diese Dinge waren nur möglich, weil viele Institutionen und Fördermittelgeber, so die Stiftung Wohnhilfe mit 200 T€ und die Aktion Mensch mit 139 T€ den Neubau sowie die GlücksSpirale mit 15 T€ und die Share Value Stiftung mit 7 T€ die Ausstattung der Villa Regenbogen mit unterstützt haben. Vielen Dank.

Spendenaufruf Spielegarten

Natürlich gibt es auch Wünsche die noch offen sind. Etwa eine Rutsche oder Klettergerüst im Garten oder Schnee zum Schlittenfahren. Da wir nicht zaubern können, wie „Bibi und Tina“ möchten wir den Kindern dennoch den Wunsch nach einem Spielegarten vor dem Haus erfüllen. Die Kinder haben sich hierbei viele Gedanken gemacht und Ideen gesammelt, was unbedingt auf ihrem Spielplatz sein soll. Nachdem diese Spielgeräte zusammengetragen wurden, haben wir uns an Firma Spielart in Laucha gewendet. Und diese haben uns einen Vorschlag erarbeitet, wie unser Spielegarten, der die Ideen und Wünsche der Kinder berücksichtigt, aussehen könnte. Doch wie überall sind wir hier auf Ihre Spenden angewiesen. Daher würden wir uns auch über Ihre Spende freuen. Jeder Cent bringt uns dem Spielegarten, der ein Spielen für jung und alt ermöglichen soll, näher. Sie unterstützen damit, dass die Forscher und Entdecker der Villa Regenbogen sich eigeninitiativ beschäftigen können und eigene Interessen erwecken können.


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