Jungredakteure im Bundesrat: Entwickelt Haltung und gestaltet so die Gesellschaft mit.
Von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche waren die Redakteurinnen und Redakteure der Schülerzeitung in Berlin, um an der Preisverleihung teilzunehmen, die gestern im Bundesrat stattfand.
Für die Mitglieder der Redaktion „Moskito“ war der vergangene Donnerstag besonders aufregend, denn sie durften das Bundesratsgebäude betreten – jenen Ort, an dem sonst die Vertreterinnen und Vertreter der Länder tagen und beraten. Doch an diesem Tag waren mehr als 120 junge Redakteurinnen und Redakteure aus ganz Deutschland vor Ort, die für ihre herausragenden Schülerzeitungen ausgezeichnet wurden. Insgesamt wurden 35 Preise feierlich verliehen. Aus Gotha war die Schülerzeitung „Moskito“ der Lucas-Cranach-Schule vertreten und erreichte den zweiten Platz in der Kategorie Förderschulen. Gino und Antony konnten auf den Plätzen der Abgeordneten aus Thüringen sitzen.
Nach fast zwei Stunden war es endlich so weit: Sie wurden aufgerufen und durften ihren Preis aus den Händen von Jonas Karpa von Leidmedien.de entgegennehmen. Karpa lobte die Schülerzeitung dafür, dass sie große Themen mutig anpackt und diese spannend sowie verständlich aufbereitet.
Besonders beeindruckt zeigte er sich vom Bericht aus Buchenwald, der nicht nur Fakten vermittelt, sondern auch die Gefühle der Schülerinnen und Schüler anspricht und so Geschichte lebendig macht. Die Zeitung bietet einen gelungenen Mix aus historischen, aktuellen und schulischen Themen – von jungen Menschen für junge Menschen.
Im Bundesratsgebäude wurden die Redakteurinnen und Redakteure ermutigt, weiterhin kritisch zu bleiben und mit ihrem Engagement im Journalismus etwas zu bewegen. Leidenschaft und Einsatz seien die Grundlage für guten Journalismus, dafür wurde ihnen ausdrücklich gedankt. Angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit – wie Kriegen, Klimawandel, Flüchtlingspolitik und Gefahren für die Demokratie – seien gerade junge Menschen gefragt, die sich kritisch mit diesen Themen auseinandersetzen. Ein Verständnis für Demokratie und deren Bedeutung als Basis für freien Journalismus sei dabei unerlässlich. Junge Menschen sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Die Arbeit an der Schülerzeitung hilft ihnen, eigene Meinungen zu entwickeln, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und kreativ zu sein. Besonders hervorgehoben wurde auch die Bedeutung des Bundesratsgebäudes als Ort der Demokratie – doch noch wichtiger sei der Raum zu Hause. Hier entstehe die eigene Haltung, indem man sich in Familie, Schule oder im persönlichen Umfeld engagiert und mitgestaltet.
In den beiden Tagen zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler bereits viel in Berlin erlebt. Sie waren zu einem Empfang im Europäischen Haus eingeladen und nahmen am Kongress im Friedrich-Ebert-Haus teil, wo sie spannende Diskussionen über die „Grenzen zwischen Neutralität und Aktionismus im Journalismus“ führten. In Workshops konnten sie neue Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Arbeit an ihrer Schülerzeitung erwerben. Besonders wertvoll war auch der Austausch mit anderen Redaktionen aus dem gesamten Bundesgebiet.
Abschließend blieben die Worte von Margot Friedländer im Gedächtnis: „Seid vorsichtig, lasst euch nichts einreden. Seid wachsam, seid Menschen. Bitte respektiert Menschen, ganz egal, welche Hautfarbe, welche Religion.“
Genau dazu hat diese Veranstaltung beigetragen: gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern weiter kritisch zu bleiben und sich mit den wichtigen Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen.


