Kunstprojekt mit jüdischem Hintergrund an der Lucas-Cranach-Schule in Gotha.

Bunte Graffitis auf dem Schulhof der Lucas-Cranach-Förderschule: Die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen erlebten in diesen Tagen ein besonderes Kunstprojekt. Das teilte Schulsozialarbeiter und Organisator Martin Hahn, von der Diakoniewerk Gotha gGmbH, mit. Unter dem Titel „Tacheles mit Simson“ griffen sie erstmals selbst zur Spraydose und gestalteten eigene Leinwände. Begleitet und initiiert wurde der Workshop von der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen in Kooperation mit der Mal- und Zeichenschule Weimar.
Ziel des Projektes war es, wachsendem Antisemitismus präventiv zu begegnen. Durch anschauliche Bildung erhielten die Jugendlichen Einblicke in Vielfalt und Komplexität des Judentums, um Vorurteile abzubauen und Verständnis zu fördern. Anknüpfungspunkt war dabei die Geschichte der jüdischen Unternehmerfamilie Moses und Löb Simson aus Suhl, deren Mopeds „Simson“ und „Schwalbe“ bis heute Kultstatus genießen.
Spannend für die Jugendlichen war auch der Blick in die eigene Alltagssprache. Viele scheinbar vertraute Begriffe wie „Mischpoke“, „schmusen“, „Kaff“, „Kroßkotz“, „meschugge“ oder „Schmiere stehen“ haben ihren Ursprung im Jiddischen oder Hebräischen.
Spielerisch-entdeckend setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit diesen Wörtern auseinander und übersetzten ihre Eindrücke anschließend in farbenfrohe Graffiti-Motive. Am Ende des Workshops standen 13 einzigartige Kunstwerke, die nun die Flure der Schule schmücken. Die Bilder sollen das Schulhaus nicht nur verschönern, sondern zugleich Impulse geben, über jüdische Geschichte, Sprache und Gegenwart ins Gespräch zu kommen.
