Zukunft

Diakonie Deutschland

Menschen mit psychischen Erkrankungen werden im Alltag oft stigmatisiert. An fünf Modellstandorten wird nun gezeigt, wie ein gemeinsames Zusammenleben gelingen kann.

Unser Ziel
Die Akzeptanz chronisch psychisch kranker/seelisch behinderter Menschen im Wohnquartier und der lokalen Zivilgesellschaft spürbar verbessernAktuelle Studien unterstreichen, dass die Stigmatisierung von Menschen mit psychischer Erkrankung in den letzten Jahren trotz Anti-Stigmakampagnen zugenommen hat. Die Barrieren in den Köpfen und Vorbehalte scheinen gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen besonders hoch zu sein. Gleichzeitig belegen Studien, dass Menschen mit psychischer Beeinträchtigung kleinere soziale Netzwerke haben und sozial isolierter leben.Sie sind darüber hinaus in besonders hohem Maße von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen. Es bedarf mehr selbstverständliche Begegnung von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung im Alltag. Dabei benötigen alle Beteiligte eine Unterstützung, um gelingende Begegnungen zu ermöglichen. Gemeint sind Begegnungen, die kein einseitiges Anpassen von Menschen mit seelischer Behinderung an die Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft einfordern oder auf ein Negieren dieses Andersseins hinauslaufen.

Was macht die Diakonie Deutschland?
An fünf Modellstandorten entwickeln wir, die Diakonie Deutschland ab Herbst 2015 gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partnern wie Volkshochschulen, Kleinbetrieben oder kulturellen Anbietern Projekte für beispielhaftes Zusammenleben und werden diese umsetzen. Damit wollen wir gesellschaftliche Akzeptanz für Menschen mit schwer verlaufenden psychischen Erkrankungen schaffen. Betroffene sollen vor allem darin gestärkt werden, ihre eigenen Belange wirkungsvoll zu vertreten. Die Diakonie Deutschland hat zur Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen im Wohnquartier ein Handlungskonzept entworfen. Zwischen Herbst 2015 bis Anfang 2018 wird das Konzept an den Modellstandorten erprobt und weiterentwickelt.An allen Modellstandorten werden psychisch kranke Menschen, ihre Angehörigen und Experten beteiligt. Auch interessierte Bürger, kommunale und lokale zivilgesellschaftliche Akteure im Bereich der Quartiersentwicklung, Vertreter von Kontakt- und Beratungsstellen für psychisch kranke Menschen sowie regionale Organisationen sind eingeladen.

Worum geht es bei dem Projekt? Welche Ziele sollen erreicht werden?
Es geht um die Inklusion von Menschen mit schweren und chronisch verlaufenden psychischen Erkrankungen. Welche Barrieren erleben Menschen mit seelischer Behinderung in ihrem Alltag? Wie kann eine tolerante Nachbarschaft gefördert werden? Unser Ziel: die Akzeptanz chronisch psychisch kranker Menschen im Wohnquartier und der lokalen Zivilgesellschaft spürbar verbessern.

Wie sollen diese Ziele erreicht werden?
Stereotype und Haltungen in der Zivilgesellschaft können durch Informationen, Sensibilisierung, Bewusstseinsbildung und am wirkungsvollsten durch direkte Kontakte mit Menschen mit psychischer Erkrankung hinterfragt und verändert werden. Das Projekt soll eine tolerante Gemeinschaft fördern und gleichzeitig Psychiatrie-Erfahrene darin unterstützen, ihre eigenen Belange wirkungsvoll zu vertreten und ihre Lebensverhältnisse mit Anderen zu gestalten.

Welche Ergebnisse sollen erarbeitet werden?
Die Erfahrungen an den Modellstandorten werden während der zwei Erprobungsphasen wissenschaftlich evaluiert.Aus der Endfassung des Handlungskonzepts und den abschließenden Evaluationsergebnissen wird ein Curriculum abgeleitet, das der Weiterbildung und Qualifizierung von Multiplikatoren/Initiatoren der Willkommenskultur im Wohnquartier dient.Das Handlungskonzept und das Curriculum werden auf der Fachtagung zum Abschluss des Projektes vorgestellt und mit einer Buchpublikation veröffentlicht sowie intensiv in den Fortbildungseinrichtungen der Diakonie genutzt.

Wie lange dauert das Projekt und wann ist mit den Ergebnissen zu rechnen?
Mai 2015 bis April 2019. Veröffentlichung der Ergebnisse in den darauffolgenden Monaten.

Wie kann ich die Ergebnisse für meine Arbeit vor Ort nutzen?
Das veröffentlichte Handlungskonzept sowie das Curriculum sollen aufzeigen, welche Aktivitäten unter welchen Voraussetzungen Akzeptanz und Toleranz chronisch psychisch kranker Menschen im Wohnquartier und der lokalen Zivilgesellschaft spürbar verbessern. Auf der anderen Seite soll auch beschrieben werden, welche Aktivitäten eher weniger Erfolge erzielen. Mit der Buchpublikation ist 2019 zu rechnen.

Wer macht mit? Wer soll beteiligt werden?
Zielgruppen sind Menschen mit psychischer Beeinträchtigung und ihre Angehörigen, kommunale und zivilgesellschaftliche Akteure im Bereich der Quartiersentwicklung, Vertreterinnen und Vertreter der psychosozialen Unterstützungssysteme und anderer regionaler Organisationen, Bürgerinnen und Bürger.
Die Modellprojekte werden an den fünf Modellstandorten durchgeführt und von erfahrenen Projektleitungen koordiniert.
Ein Fachbeirat begleitet die Arbeit der fünf Modellstandorte. Dem Fachbeirat Beirat gehören an: Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige sowie Vertreterinnen und Vertreter der Diakonie Deutschland, diakonischer Landesverbände, des Bundesverbandes evangelische Behindertenhilfe (BeB), der Bundesakademie für Kirche und Diakonie und der Fachhochschule der Diakonie.

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Bodelschwingh-Hof Mechterstädt e.V.

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Diakoniewerk Gotha
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Diakoniewerk Gotha gGmbH
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Josias Löffler Diakoniewerk Gotha gGmbH
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Diakoniesozialstationen gGmbH
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